Die Zeit rennt
26. März 2011
Heute in genau zwei Monaten habe ich Geburtstag. Viel erschreckender als die Tatsache, dass ich dann mein 21. Lebensjahr vollendet habe ist, dass ich zu dem Zeitpunkt schon fast einen Monat wieder in Deutschland verbracht habe! Am 6. Mai bin ich wieder in Deutschland. Zu dem Zeitpunkt liegen 10 Monate reisen hinter mir. Aber daran ist noch nicht zu denken! Denn während wir den März noch damit verbringen als WWOOFer bzw. Burgerbrutzler zu arbeiten, sind die Weichen für das große, majestätische und unglaublich spannende Finale gelegt!
Wenn das Leben doch so einfach wär
12. März 2011
Wenn das Leben doch immer so schön sein könnte. Nach dem aufwachen schreitet man sich streckend auf die Terrasse hinaus und wird vom warmen Schein der Sonne begrüßt. Danach haut man sich saftige Pancakes in die Pfanne und setzt sich anschließend mit dem Netbook auf einen Liegestuhl um entspannt etwas zu surfen und Blog zu schreiben. Hach, so gestalte ich den ersten Teil meines heutigen freien Tages!
Es ist nun eine Woche her, dass wir mit dem Bus die gewundene Straße den Mt. Nelson hochgefahren sind um unser WWOOF Abenteuer zu beginnen.
Unser Host ist Geoffrey, ein 75-jähriger alter Mann, der den Großteil seiner Zeit damit verbringt zu schlafen oder zu lesen. Deswegen trafen wir ihn auch nicht, als wir Abends vor dessen Tür standen. Malanka öffnete uns die Tür. Nachdem wir unsere Rucksäcke und meinen Trolly abgestellt haben wurden wir von drei WWOOFern begrüßt, die gerade hier arbeiten. Lucas aus Holland, Maik aus Deutschland und Ingrid aus Taiwan. Wobei ich bezweifele, dass das ihr echter Name war.
Multikulti! Und das ist übrigens auch ein Hauptbestandteil des gesamten WWOOFing Konzeptes: Kultureller Austausch.
WWOOF!
3. März 2011
Wir haben resigniert. Die Jobsituation hier unten ist einfach zu schlecht. In Strömen fliehen scheinbar die Backpacker aus dem verwüsteten Queensland und suchen hier in Tasmanien nach Beschäftigung.
Die Konkurrenz ist riesig, das Jobangebot ist mickrig. Für uns gab es nur eine logische Lösung um nicht all unser Geld ans Hostel verlieren zu müssen. Wir arbeiten einfach ohne Bezahlung irgendwo und verlangen als Gegenleistung bloß ein flauschiges Bett und etwas zum Spachteln.
Sowas nennt sich WWOOF – Willing Workers on organic farms.
Für gerade einmal 60$ mussten wir uns eine Mitgliedschaft inklusive Adressenbuch beschaffen. Dort drin stehen vermehrt Ökos und Alternative, die irgendwo im Land eine Biofarm haben oder es einfach mögen ein paar Reisende aufzunehmen. Das System ist rentabel. Backpacker helfen für Unterkunft etwas aus und man kann schön Kulturen austauschen.
So griffen wir unser Handy und telefonierten unsere Favoriten ab. Absage nach Absage. Aber das waren wir ja mittlerweile gewöhnt. Da will man sich schon ohne Bezahlung zu verlangen versklaven und keiner will einen! Ärgerlich! Bis Tom ans Telefon ging und einen netten, 75-Jährigen hier auf dem naheliegenden Mt. Nelson anrief. Es ging seine Tochter ran und ruck-zuck wurden wir für Samstag in sein Haus eingeladen. Easy! Wir sind gespannt wie sich das entwickeln wird. Aber nun vorerst wieder in die Vergangenheit.
Erdbeeren, Äpfel und McDonalds
26. Februar 2011
So richtig kommen wir bei der Jobsuche nicht voran. Der heiße Tipp sich bei der Fischfabrik zu bewerben entpuppte sich als schaler Hering. Die nette Dame im Personalwesen hatte bei einem nachfragenden Telefonat behauptet sie hätte nie eine Bewerbung von uns erhalten und wir sollten es bitte noch einmal versuchen. Am Anfang der Woche seien noch ein paar Positionen frei gewesen, nun seien aber keine mehr da. Sie würden uns anrufen, wenn unsere Fähigkeiten ihren Anforderung entsprechen würden. Jup.
Aus Spaß und Verzweiflung schauten wir noch einmal bei Abraham, unseren neuen koreanischen Freund, vorbei. Diesmal hatten wir die Ehre mit seinem Chef zu sprechen! Und ja, es gibt einen Job für uns! Auf der größten Apfelfarm der Gegend könnte er uns eine Position besorgen! Am 10. März verlassen sie Hobart. Für die erste Ernte brauchen sie sechs Leute. Zwei haben sie schon, wobei einer sogar nächste Woche eigens aus Südkorea eingeflogen wird… und ratet! Ja! Wir können die nächsten zwei sein! Müssten uns aber beeilen!
Hm.. mit 10-30 Koreanern für mindestens sechs Wochen auf einer Apfelfarm eingesperrt sein? Dann noch 300 Dollar Vermittlungsgebühr zahlen? Da finden wir sicherlich allein noch was Besseres!
Aus dem Mut der Verzweiflung heraus haben wir dann bei unserem Heimat-McDonald’s nachgefragt ob sie wen suchen. Die Schichtführerin würde sich unsere Bewerbungen mal ansehen. Also schnell ins Onlineportal und die obligatorischen Zombiefragen beantworten! Vielleicht arbeiten wir schon bald als Bürgerbrutzler! Wir haben zumindest angegeben, dass wir 24 Stunden am Tag verfügbar wären. Das ist doch ein Argument uns einzustellen! Oder etwa nicht?
Tasmanien – Das Land der Abenteuer
22. Februar 2011
So war es am 8. Februar, dass wir Zyklonen und Fluten entkommen wollten und uns einen Flieger zur abgelegensten Ecke Australiens nahmen: Tasmanien.
Der kleine, aber sehenswerte Inselstaat im Süden Australiens, von vielen unterschätzt und berühmt für den knuffigen Tasmanischen Teufel.
Nun sind wir schon über zwei Wochen auf der Insel und seit einigen Tagen wieder im Backpackerleben. Hinter uns liegen Wanderungen in den tasmanischen Bergen, schöne Tage bei den Kiwis, Entdeckungstouren durch ganz Hobart in denen wir Schokolade und Bier genossen durften und eine Tagestour in das einsamste Gefängnis der Welt.
Vor uns liegen eine harte Jobsuche und weitere Wunder der Natur.
So beginnt es also..
2. Februar 2011
Wir müssen uns wirklich langsam Gedanken machen, ob wir nicht doch Unheilsbringer sind. Zur Erinnerung: Western Australia ist abgesoffen, Jimba Jimba wurde durch die Wassermassen beinahe zerstört, in Brisbane kehrte kurz nach Weihnachten auch die große Flut ein und sorgte für eine Katastrophe. Alles in einem nahen Zeitraum zu unserem Aufenthalt.
Und nun, während ich dies schreibe, verfolge ich im Fernseher den Verlauf des wohl heftigsten Zyklons, den Queensland je getroffen hat. Der Sturm hat Cairns erreicht. Und er ist eine Bestie.
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